| Gegen Mitte des 19. Jahrhundert entdeckten die Maler Dachau, sie wollten heraus aus den Ateliers, wo sie bisher zurückgezogen von der Welt wirkten. Angezogen und fasziniert von der einmaligen Moorlandschaft mit ihren Farbnuancen und Lichtstimmungen, zogen Sie hinaus, und malten ihre Motive unter freiem Himmel. Die Zeit der Freilichtmalerei war gekommen.
Einer der ersten Maler der die Schönheit der Landschaft um Dachau entdeckte war Johann Georg von Dillis und noch viele weitere sollten folgen. So zum Beispiel der "Vater der Münchner Stimmungsmalerei" Eduard Schleich der Ältere. Er hat wiederholt den Blick vom Dachauer Schloß und Hofgarten in die weite Landschaft des Dachauer Moos festgehalten. Bald darauf kam auch Carl Spitzweg nach Dachau, er lebte in den Jahren 1850 - 1870 hier. Viele bekannte Bilder einstanden in dieser Zeit. So zum Beispiel "Der Bücherwurm" gemalt um 1850 im Dachauer Schloß. Christian Morgenstern war einer der ersten Maler der seinen festen Wohnsitz nach Dachau verlegte. Der Großvater des gleichnamigen Dichters kam 1852 mit seiner Familie zum ersten mal nach Dachau. Von 1855 - 1859 wohnte er in Etzenhausen beim Revierjäger. Aus dieser Zeit stammen viele Gemälde, Federzeichnungen und Skizzen. Es zog immer mehr Maler nach Dachau, 1870 kam Heinrich von Zügel, 1873 Wilhelm Leibl, 1888 Phillip Röth um nur einige zu nennen. Der Höhepunkt Dachaus als Künstlerort war von 1890 - 1914. Um 1900 sagte man, daß jeder zehnte Passant, dem man auf den Straßen begegnete, ein Maler war. Die Dachauer nahmen die vielen Maler freundlich auf, mit einfachen Mitteln, zu Ateliers umgebaute Dachkammern, wurden sehr billig, ab 5.- Reichsmark pro Monat, vermietet. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs endete diese schöne Zeit. Viele der jungen Maler mußten ins Feld und viele kehrten nicht zurück. Zwar kamen wieder neue Künstler nach Dachau, so z.B. 1916 mitten im Krieg, Paula Wimmer, 1922 der Maler Toni Binder oder 1924 Willy Dieningshoff. Doch konnte Dachau nicht mehr die Bedeutung als Künstlerkolonie erlangen, wie in der Zeit von 1890 - 1914. Dachau und seine Umgebung, wurde im Laufe der Zeit auf sehr vielen Bildern dargestellt. Der ehemalige Oberbürgermeister Hr. Dr. Lorenz Reitmeier, hat sich die Mühe gemacht diese Werke soweit als möglich zu erfassen. Herausgekommen ist eine Serie von vier Büchern, mit zusammen 4718 Kunstwerken, von 1251 Künstlern. "Dachau / Ansichten aus zwölf Jahrhunderten" ist im Buchhandel erhältlich. Einige dieser Werke möchten wir Ihnen hier vorstellen. Sollte Sie neugierig geworden sein und Bilder aus dieser Zeit im Orginal sehen wollen, empfehlen wir Ihnen einen Besuch in der Dachauer Gemäldegalerie, sie finden Werke von ca. 200 Künstlern, u.a. von: Bergmann, Bürgers, Buttersack, Coester, Corinth, Dill, Dillis, Erbe, Feldbauer, Flad, Fuchs, Hayek, Herterich, Hölzel, Huber, Langko, Langhammer, Lier, Liebermann, Morgenstern, Neuhäuser, Petersen, Pfaltz, Ruckteschell, Schinnerer, Slevogt, Stahl, Spitzweg, Stockmann, Stuhlmüller, Strützel, Taschner, Thiemann, Uhde, Walther, Wirsching, Wimmer, Zügel. Entdecken Sie was Dachau heute zu bieten hat. Viele Hotels und Restaurants würden sich freuen Sie als Gast begrüßen zu dürfen. |
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